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delta radio präsentiert: Das Album der Woche
Katy Perry
Teenage Dream
Released: 27. August 2010
Label:Capitol RE (EMI)

Eigentlich sind erst zwei Jahre vergangen, seitdem Katy Perry mit "I Kissed A Girl" ihren beispiellosen Durchbruch hatte. Trotzdem hat man das Gefühl, man kennt diese durchgeknallte Allrounderin schon ewig! Die Monate nach ihrem Debüt-Album "One Of The Boys" hat sich Miss Perry aber ja auch kaum eine freie Minute gegönnt. Stattdessen gab's reihenweise Konzerte, Promo-Termine und Einsätze als Moderatorin diverser Preisverleihungen. Wie sie da noch Zeit fürs Schreiben neuer Songs gehabt hat, bleibt uns ein Rätsel - aber sie hat es wieder mal geschafft und bringt mit "Teenage Dream" jetzt ihr zweites Album in die Läden.

Vorab hat sie gemeinsam mit Snoop Dogg schon den absoluten Sommer-Kracher "California Gurls" abgeliefert, der definitiv Bock auf mehr macht - und das kriegen wir zum Glück auch!

"Teenage Dream" ist nämlich unverwechselbar Katy Perry: Eingängig, perfekt produziert und gerne auch mal provokant - bestes Beispiel ist der Song "Peacock", den ihre Plattenfirma wegen des nicht gerade subtil zweideutigen Textes eigentlich nicht auf dem Album haben wollte. Auch "Last Friday Night" fällt in diese Schiene und ist ein heißer Anwärter für die dritte Single.

Aber Katy wäre nicht Katy, wenn sie nicht noch einiges mehr auf dem Kasten hätte: "Teenage Dream" zeichnet sich vor allem durch Vielseitigkeit aus. "Circle The Drain" kommt rockig daher, „Firework“ hat klassische Elemente, "ET" ist etwas experimenteller, während "The One That Got Away" das perfekte Beispiel für eine moderne Ballade ist. Und spätestens bei "Who Am I Living For" und "Not Like The Movies" zeigt Katy, dass sie stimmlich immer noch zu den Besten zählt und ihr definitiv Niemand etwas vormachen kann.

"Teenage Dream" ist tatsächlich ein Traum geworden. Katy zeigt sich vielseitig wie nie zuvor und doch zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Album - nämlich Katy Perry selbst. Wir werden sicherlich noch einige Singles aus "Teenage Dream" zu hören bekommen. Und das ist auch gut so!

Wir sind Helden
Bring mich nach Hause

"Bring mich nach Hause" - mit diesem Albumtitel melden sich Judith und ihre Jungs von Wir sind Helden nach kreativer Auszeit und einer Babypause zurück.

Schon die erste Singleauskopplung "Alles" macht Lust auf mehr. Und das bekommen wir auch: Endlich ist der Sound der Heldentruppe wieder da, den wir so lange vermisst haben. Dennoch klingt die Scheibe neu: Statt Synthie-Klängen hört man auf "Bring mich nach Hause" wieder mehr echte Instrumente als auf dem letzten Album „Soundso“. Das führt hin und wieder dazu, dass das Album einen kleinen Folk-Touch erhält.

Etwas ist aber gleich geblieben: Judith Holofernes Stimme. Diese klingt mal dramatisch, mal fröhlich, aber auch fordernd oder traurig - wie es eben gerade sein soll und passt. Auch textlich hat die Frontfrau nichts verlernt und zeigt der Konkurrenz wieder einmal, wie spielerisch man intelligente deutsche Texte schreiben kann.

Wir sind uns ziemlich sicher, dass Wir sind Helden auch das vierte Studioalbum als Erfolg verbuchen können, dafür machen sie einfach zu gute Musik. Sie machen ihre Fans glücklich und werden sicherlich auch einige neue hinzugewinnen. Wie echte Helden eben.

Rooney
Eureka

Rooneys dritter Longplayer trägt den simplen Titel "Eureka", zu Deutsch "Heureka". Das ist ein altertümlicher Begriff, der verwendet wurde, wenn man eine Entdeckung gemacht hatte. Das macht uns natürlich neugierig auf das neue Album der Kalifornier, das sie komplett im Alleingang aufgenommen und produziert haben.

Beim ersten Reinhören wird schnell klar: Verlernt haben Rooney nichts! Für eingängige Melodien mit Ohrwurmcharakter sind die Vier schon immer bekannt – auch auf "Eureka" beweisen sie es uns wieder. Schon der Opener "Holdin' On" geht direkt ins Ohr und sorgt für gute Laune. Weitere Paradebeispiele dafür sind "I Can't Get Enough" und der grandiose Song "Don't Look At Me", bei dem die fröhliche Melodie textlich mit der Resignation eines absoluten Versagers kombiniert wird - dieser Gegensatz ist wirklich Klasse!

Nicht vielen Bands gelingt es, dass ein Album wie aus einem Guss klingt. Rooney haben es aber auf "Eureka" geschafft - die Songs haben teilweise richtigen Ohrwurmcharakter und wirken zusammen als eine lebendige Einheit.

Rooney haben sich, so abgedroschen diese Phrase auch klingen mag, musikalisch weiterentwickelt. Ergebnis dieser Entwicklung ist ein in sich stimmiges Album, das vor Energie strotz und nie langweilig wird. Es ist also ein Album zum Durchhören und Wohlfühlen. Heureka!!!

Arcade Fire
The Suburbs

"Alle guten Dinge sind drei" haben sich wohl auch die Damen und Herren von Arcade Fire gedacht - und das gleich im doppelten Sinne: denn drei Jahre haben wir auf heißen Kohlen gesessen, um auf Studioalbum Nummer Drei zu warten.

Jetzt steht "The Suburbs" endlich in den Läden - und da haben wir sogar die Qual der Wahl. Denn die Platte kommt direkt mal mit acht verschiedenen Album-Covern daher.

Aber egal, was vorne drauf ist, zu hören gibt’s natürlich immer das Gleiche. Der erste Song auf "The Suburbs" heißt genau wie das Album und dürfte Fans bereits aus dem Radio bekannt sein. Wie ein Rahmen legt sich dieser Titel um die Platte, denn auch der letzte Titel ist "The Suburbs", jedoch als eine Art Reprise.

Dazwischen erwartet den Hörer das Ergebnis von jeder Menge Experimentierfreude. So sind mit Violinen zum Beispiel auch klassische Instrumente am Start, wie etwa beim Anfang von "Empty Room".

Generell brennen die Kanadier wieder ein Ohrwurm-Feuerwerk ab. Songs wie "Ready to Start", "Rococo" oder auch "Month of May" pflanzen sich in den Kopf und selbst Tage später fällt es schwer, sie wieder loszuwerden. So richtig entscheiden konnten sich Arcade Fire aber offensichtlich nicht. Deswegen gibt es die Songs "Half Light" und "Sprawl" jeweils in zwei Versionen, wovon eine immer den ruhigeren Part übernimmt und die andere total nach vorne geht.

Kein Track auf "The Suburbs" ist wie der andere - die Songtexte sind ausgereift, die Melodien leicht und eingängig und doch ist die Platte wahnsinnig bunt. Deswegen können wir auch sehr gut verzeihen, dass wir so lange auf dieses Gute-Laune-Glanzstück warten mussten.

Lissie
Catching a Tiger

Auf dem Album-Cover von "Catching A Tiger" sieht man das Bild eines hellblonden Mädchens mit vielen Sommersprossen und wenig Make-up im Gesicht. Wie niedlich diese Lissie ist: ein typisches Mädchen vom Land? Falsch gedacht!

Lissie kommt aus Rock Island in Illinois, einer Gegend, die man sich mit Pick-Up-Trucks und echter Country-Musik vorstellen kann. Doch die 28-Jährige ist alles andere als das Country-Girl von nebenan, was sie mehr als deutlich auf ihrem Debüt-Album beweist.

Nach den Anfangstakten des ersten Songs "Record Collector" passiert etwas, womit man nicht rechnet! Man hört eine Stimme singen, die so gar nicht zu dem Mädchen auf dem Cover passt - so anders, dass es einem fast die Sprache verschlägt! Denn ganz im Gegensatz zu ihrem niedlichen Äußeren klingt Lissie leicht dreckig und verrucht, wenn sie den Mund aufmacht...

Spätestens mit dem dritten Song "When I'm Alone" fesselt sie ihre Zuhörer. Die Füße wippen, die Finger trommeln im Takt und manch einer beginnt zu pfeifen. Diese Ohrwurmgarantie findet man auch in Songs wie "In Sleep", "Loosen The Knot" oder "Cuckoo" wieder.

Doch die Blondine kann auch ruhige Töne anschlagen. Titel wie "Bully" und "Oh Mississippi" lassen einen in eine völlig andere Welt abgleiten. Mit "Everywhere I Go" schlägt sie eine schon fast melancholische Stimmung an und fragt den Zuhörer "Can't you hear me?"

Doch, wir können Lissie zum Glück sehr gut hören! Diese außergewöhnliche Stimme wird die flachsblonde Amerikanerin noch weit bringen, da sind wir uns sicher! Wer so ein Debüt hinlegt, hat den Erfolg einfach verdient!

Roman Fischer
Roman Fischer

Beim Namen Roman Fischer mag es nicht bei jedem sofort "klick" machen, aber das wird sich ab jetzt ändern! Der gebürtige Augsburger und jetzt Berliner bringt nämlich sein mittlerweile drittes Album auf den Markt.

2004 hatte der Singer-Songwriter schon sein Debüt-Album "Bigger Than Now" veröffentlicht, auf dem er sogar alle Instrumente selbst eingespielt hat. 2006 folgte dann das erwachsener und reifer klingende Album "Personare".

Nach einer vierjährigen Kreativ-Pause meldet sich Roman Fischer jetzt mit seinem neuesten Werk zurück. Ganz simpel trägt es seinen eigenen Namen "Roman Fischer" und beweist ein ganz neues Selbstbewusstsein und eine gewisse Leichtigkeit.

Schon der erste Song "Into Your Head", welcher auch gleichzeitig die erste Singleauskopplung ist, lässt die Füße nicht mehr still stehen. Er besticht mit lupenreinem Gesang und einfachen Texten, aber auch elektronische Einflüsse lassen sich nicht leugnen. Diese sind noch stärker auf Tracks wie "We'l Never Meet Again" oder "All Night All Day" zu hören. Gerade das lässt das Bild des aufregenden Großstadtlebens im Kopf entstehen und man möchte aufspringen und einfach lostanzen.

Dass es jedoch kein reines Tanzalbum ist, beweist Roman Fischer mit Songs wie "Out Of Control" oder "Carpet". Hier werden auch die Texte tiefgründiger und das Klavier wird zum zentralen Instrument, was einen in wundervolle Tagträume versetzt.

Insgesamt ist es ein sehr buntes Album. Das spiegelt sich auch in der Sprache wider - denn Roman Fischer wechselt zwischen deutschen und englischen Texten munter hin und her.

Mal tanzbar, mal verspielt und verträumt - auf "Roman Fischer" ist für jeden etwas dabei. Und deswegen sind wir uns sicher, dass für Roman alle guten Dinge drei sind und er mit diesem Album endlich die verdiente Aufmerksamkeit bekommt.

Richard Ashcroft & The United Nations Of Sound
United Nations Of Sound

Mit Richard Ashcroft & The United Nations Of Sound hat Richard Paul Ashcroft (RPA) eine neue Band gegründet, nachdem sich The Verve 2009 zum dritten Mal getrennt haben. Schon ein Jahr später steht mit "United Nations Of Sound" das erste Album seines neuen Projekts abholbereit in den Läden.

"Are You Ready?" fragt uns Richard Ashcroft im ersten Song. Ja, und wie! Dieses Album ist eigentlich das Einzige, was unserem perfekten Sommer noch gefehlt hat: Gespickt mit zwölf Tracks, die nicht nur richtig rocken, sondern auch gute Laune und Bock auf Party am Strand machen. Hymnenartig, romantisch, aber auch dreckig klingen die Songs - Richard Ashcroft lässt nichts aus.

Vor Experimenten schreckt er mit seiner neuen Band keineswegs zurück: So ist die Platte in Zusammenarbeit mit dem HipHop-Produzenten No I.D. entstanden, der auch schon für Werke von P. Diddy verantwortlich war. Das hat dem Album auf keinen Fall geschadet. Dank Richard Ashcroft & The United Nations Of Sound werden wir sogar dann noch an den Sommer 2010 denken, wenn er schon längst vorbei ist!

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