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To BeReal or not to BeReal

Ein neues soziales Netwerk mit verrücktem Konzept: Einmal am Tag zu einer zufälligen Zeit posten. Was hinter dem Hype steckt, erfahrt ihr hier!

Noch eine Social Media App - For Real?!

Die New York Times berichtet über BeReal mit dem Titel "Diese neue Social App ist langweilig, aber auf eine gute Arte und Weise". Das weckt ja nicht gerade die Aufmerksamkeit. Wer will sich schon langweilig? Aber was steckt dahinter?

Wenn ihr schon immer mal wissen wollte, was die Buddys an einem random Donnerstagnachmittag so treiben, seid ihr bei der französischen App "BeReal" genau richtig. Es geht vor allem um Fotos. Das Besondere an der App sind die strengen Posting-Bedingungen: Nur einmal am Tag und nur zu einer bestimmten Uhrzeit.  BeReal möchte durch dieses Konzept zurück zum Ursprung sozialer Medien, weg von Filtern und bearbeiteten Fotos, hin zu mehr Authentizität.

Was kann die App?

Die App verschickt jeden Tag nur eine Push-Benachrichtigung: Time to be real. Für das BeReal habt ihr zwei Minuten Zeit. Das Besondere daran: die Front- und die Rückkamera lösen gleichzeitig aus. Eure Freunde und Freundinnen in der App sehen euch und was ihr in diesem Augenblick seht. Erst wenn ihr ein BeReal gepostet habt, könnt ihr die Fotos eurer Freunde und Freundinnen ansehen. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, die Fotos zu bearbeiten oder zu planen. Das Zeitfenster ändert sich  jeden Tag. Das soll zu spontaneren und authentischeren Bildern aus dem Alltag führen. 

Ist das BeReal gepostet, kann es losgehen und im Feed könnt ihr die BeReals eurer Freund*innen für 24 Stunden angesehen werden. Auf dem eigenen Profil unter "Memories", könnt ihr eure bisher geschossenen BeReals der letzten Wochen angegucken. Diese Memories sind nur für euch selbst einsehbar. Habt ihr den Zeitpunkt verpasst, könnt ihr ein "Late" posten. Bei diesem wird dann angezeigt, wie viel später dieses gepostet wurde. 

Wenn euch die eigenen Freund*innen nicht reichen, könnt ihr unter der Option "Discovery" BeReals aus der ganzen Welt ansehen. Die eigenen Reals könnt ihr auch in diesem Feed veröffentlichen, müsst ihr aber nicht.

Live-Reaktionen

Es gibt keine Möglichkeit die Bilder zu liken oder zu sehen, wie viele Menschen euer Bild gesehen haben. Allerdings gibt es die coole Option, sogenannte "RealMoji" an Freunde und Freundinnen zu verschicken. Diese dienen als Reaktion auf das gepostete Foto. Wenn ihr da keine Lust drauf habt, könnt ihr aber einfach mit einem normalen Emoji reagieren oder einen Kommentar schreiben.

BeReal
BeReal
BeReal

Real Facts hinter der App

BeReal wurde bereits 2020 von den Franzosen Alexis Barreyat und Kévin Perreau gegründet. Die beiden sind ehemalige GoPro Mitarbeiter. Im letzten Jahr sammelten die Gründer 30 Millionen Dollar über Venture Funding und möchten damit in die nächste Runde gehen, wo ein noch höherer Betrag erwartet werden kann. Erst Anfang diesen Jahres ist die App so richtig durchgestartet und hat mittlerweile über 7,4 Millionen Downloads. In Frankreich und den USA schaffte es die Apps in Downloads zu der beliebtesten App hinter Instagram, Snapchat und Pinterest. Die App funktioniert bisher komplett ohne Werbung. Der Wert des Start-Ups wird derzeit auf über 600 Millionen Dollar geschätzt. 

Just your Real Friends

BeReal - Just your Friends, for Real.
BeReal - Just your Friends, for Real.

Real oder doch nicht so real?

Die App geht ganz nach dem Prinzip, weniger ist mehr. Es gibt keine endlosen Feeds und Möglichkeiten Bilder zu veröffentlichen. Diese Tendenz, an die vergangenen Social Media Tage anzuschließen, ist auch bei anderen Apps wie Twitter, Facebook und Instagram zu beobachten. Der Reiz, wirklich nur mit den engsten Freund*innen, Informationen zu teilen, wird mit privaten Gruppen endlich wieder ernst genommen. Diese Funktion kennt ihr bereits von Instagram, wo Stories nur für die engsten Freund*innen sichtbar sind. Es ist erfrischend, Freunde und Freundinnen ungeschönt zu sehen, langweilige Sachen wie den Abwasch machend, vorm PC oder beim Einkaufen. Diese vermeintlich langweiligen Aktivitäten holen einen in die Realität zurück. Denn mal ehrlich, bei Instagram erscheint immer alles perfekt und die Leute sind nur im Urlaub. Dass schafft Erleichterung verschaffen und verringert die bekannte FOMO (Fear Of Missing Out) etwas. Es führt sicherlich dazu, wieder mehr echte Momente zu teilen. Dadurch, dass nur einmal am Tag ein Foto geteilt werden kann, belastet euch keine Flut an Bildern und ihr werdet nicht zum stundenlagen scrollen verleitet. Noch ein Pluspunkt ist, dass es bisher keine Werbung gibt und ihr auch nicht ungefragt mit Werbebildern vollgeballert werdet. 

Es kann aber natürlich trotzdem der Druck entstehen, coole Dinge zu unternehmen und sich schlecht zu fühlen, wenn man nur zuhause rumliegt oder arbeitet. Da auch "Lates" gepostet werden können, besteht immer noch eine gewisse Möglichkeit, sich einfach immer in coolen Momenten oder wenn gerade gut aussieht zu posten. Das bietet wieder die Chance, sich selbst zu inszenieren und nicht real zu sein. Die Funktion "Discovery" kann außerdem wieder zum langen rumscrollen verleiten und hat damit einen ähnlich hohen Suchtfaktor wie andere bekannte Netzwerke. Es ist also auch hier nicht alles real.

Das neue Clubhouse?

Wenn ihr euch die App runterladet, könntet ihr aktuell noch enttäuscht werden. In Deutschland hat sich die App noch nicht so verbreitet und es gibt kaum Leute, mit denen reale Momente geteilt werden können. Der Hype läuft gerade erst an. Es wird sich bald zeigen, ob die Welt auf diese App gewartet hat, oder ob sie genauso schnell wieder verschwindet wie sie aufgetaucht ist.

CRO & Claudia Valentina mit HIGH

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